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Personensuchmaschinen und Selbstbestimmung

Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, hat nichts zu befürchten. Das hört man immer wieder, wenn es um die neuen Befugnisse der Behörden bei Internetdurchsuchungen und Dienste wie die Personensuchmaschinen geht.

Die schöne, neue Informationswelt soll nicht eingeschränkt werden. Es ist doch praktisch, wenn Sie sich im Internet rechtzeitig über das neue Date, den neuen Kollegen oder Nachbarn informieren können.

Die Medaille hat aber noch eine andere Seite: Für die Veröffentlichungen im Internet gibt es keine Legitimation, keine Absicherung, keine Identitätsprüfung. Jeder kann alles über jeden veröffentlichen oder gar in jede gewünschte Rolle schlüpfen.
- Wenn also der nächste potentielle Arbeitgeber Sie googelt,
- wenn der künftige Vermieter Ihren Namen bei Yasni.de eingibt,
- wenn das Kreditinstitut bei Myonid.com forscht, ob Sie sich in Finanzberatungsforen engagieren,
dann haben Sie keine Gewähr, dass nicht ein anderer mit Ihrem Namen gerade darüber schreibt, dass er demnächst entlassen wird oder dass Ihr Expartner sich eine kleine Rachekampagne gegen Sie ausgedacht hat.

Mit anderen Worten: Selbst wenn Sie Ihre Netz-Präsenz aktiv pflegen, kann jeder Mensch mit Internetzugang Ihnen mühelos etwas anhängen.

Sehr gut zeigt das einen Seite, die ich neulich in einem Forum entdeckt habe. Leider wurde sie zwischenzeitlich gelöscht. In einem Yasni-ähnlichen Design wurde Yasni selbst und offentsichtlich auch dessen Macher, Steffen Ruehl mit eigenen Waffen geschlagen: Verändertes Bild, falsche "Informationen" über den Yasni-Chef. Und klare Kritik an der Verletzung der informationellen Selbstbestimmung.

Kennen Sie rottenneighbor.com? Dort werden Sie aufgefordert über Ihre Nachbarn herzuziehen. Also eine klare Aufforderung zur Denunziation. Auf einer Karte wird seine genaue Adresse lokalisiert und mit einem Roten Häuschen angezeigt. Hat die Frau, die Sie neulich versehentlich im Hausflur angerempelt haben Sie vielleicht schon eingetragen?

Auch ganz normale Freizeitaktivitäten werden plötzlich öffentlich: Sie glauben, Ihr Eintrag bei Myspace sei anonym, weil Sie einen niedlichen Spitznamen für Ihr Profil angeglegt haben? Yasni.de, myonid.com & Co. zeigen das Profil aber an, sobald Ihr richtiger Name gesucht wird ... Und Yasni speichert Einträge auch noch wochenlang, nachdem Sie zum Beispiel Ihr Myspace-Profil gelöscht haben.

Yasni zeigt Ihre Interessen in Form von Amazon-Wunschlisten an. Haben Sie vielleicht mal einen Bildband über Bondage interessant gefunden? Wie mag Ihre Frau das finden? Oh, sie findet es - dank Personensuchmaschine - aber was denkt sie? Oderhaben Sie sich mal ein Buch über die Bewältigung von Depressionen angesehen? Was mag Ihr Vorgesetzter davon halten, bei dem Sie gerade eine Beförderung durchsetzen wollen?

Oder denken Sie an die Durchsuchung Ihrer Festplatte durch Schäubles Mannschaft. Ist doch kein Problem, denn Sie haben selbstverständlich keine Schweinereien auf Ihrem Rechner, und leben rein legal vor sich hin. Denken Sie zumindest. Was, wenn ein pädophiler Hacker ohne Ihr Wissen Ihre Festplatte als Zwischenlager nutzt? Dann haben Sie ganz schnell Dreck am Stecken – und der ist verdammt klebrig, ob unverschuldet oder nicht.

Ich bin begeisterte Internetnutzerin – aber die Phase, in der man sorglos mit ihm „spielen“ kann, ist vorbei.

26.11.08 21:45
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


MondSchwester / Website (20.1.09 00:13)
##- Wenn also der nächste potentielle Arbeitgeber Sie googelt##

Das Problem kenne ich, das potentielle Arbeitgeber nach meinem Namen googln. Da ich mich im Internet (auch im realen Leben) öffentlich zu meiner Religion bekenne, die noch immer mit einer Unmenge an Vorurteilen behaftet ist........

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