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Zukunft!

Die Zukunft wird wieder interessant. Die Medien machen den Klimawandel zum Dauerthema, das ZDF und Arte bringen die Sendung "2057" und entdeckt die Faszination Zukunft neu. Denn auch wenn Probleme mit-thematisiert werden in dieser Reihe, ist der Tenor eine Hommage an die Faszination Zukunft. Und wie sagte Frank Schätzing so schön zum Abschluss der heutigen Sendung? "Es gibt jede Menge Probleme - aber mindestens ebensoviele Lösungen. ... Wir können nicht alles genau vorhersehen, aber ist es nicht besser, mit einer beschlagenen Brille durch den Wald zu gehen, als völlig blind?"

Die Medien entdecken die Vermittlung von Wissen neu, selbst komplexe Forschungsfelder wie die Astrophysik und Medizintechnik werden zu potentiellen Quotenhits - und gern werden Elemte der Science Fiction genutzt, um dieses Wissen zu vermitteln, werden die Erkenntnisse über das Beispiel erdachter Schicksale von fiktiven Personen vermittelt.

ZDF: 2057

Biotechnologie 2020

Ich frage mich oft, warum nicht mehr Menschen dieses Interesse an der Zukunft aufbringen, in einer Mischung aus Wissenschaft und Spekulation. Science Fiction wird bisher als B-Genre abgetan, identifiziert mit Geschichten über Raumschiffe und Lasergewehr-Kriege. Dabei beschäftigt sie sich mit dem spannensten Thema der Welt: Der Entwicklung des Menschen. Sie projeziert heutige Technologie und heutige gesellschaftliche und psychische Entwicklungen in die Zukunft, verlängert sie in gedachten Linien oder Kurven. Sie ist nicht in der Lage, die wirkliche Zukunft vorherzusehen, das will sie auch gar nicht. Sie kann aber zeigen, wohin Entwicklungen führen könnten, im positiven wie im negativen. Wie entwickelt sich die Technik? Wie die Gesellschaft? Wie entwickelt sich der Mensch mit und in beidem?

Vielleicht gibt es ja einen neuen Boom der Science Fiction. Je tiefer die Wissenschaft vordringt (ganz gleich ob Natur- oder Geisteswissenschaft), desto anspruchsvoller wird auch dieses Genre. Pure Fantastereien haben immer weniger Platz, Fantasy und SF bewegen sich meine Ansicht nach auseinander - und das ist gut so. Es geht nicht nur um die Flucht in Gedankenwelten, es geht um uns. Ich empfinde gute Science Fiction weniger als "Flucht" als die Romane der Jetztzeit, die Soaps und Filmchen, die nur von der eigenen Realität ablenken sollen, die Gefühlsebene ansprechen und abgesehen davon nicht viel mehr vermitteln.

Ein anderes Beispiel sind Science Fiction Conventions. Wenn überhaupt bekannt, dann werden sie sicher gern als Versammlung von Möchtegern-Jedirittern und "Spinnern" gesehen. Dabei gelingt es hier relativ kleinen Gruppen mit sehr begrenzten Mitteln anspruchsvolle und abwechslungsreiche Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Zumindest war das bei der Convention der Fall, die ich am vergangenen Wochenende besucht habe. Wissenschaftliche Vorträge waren ebenso ein Teil davon wie Autorenlesungen- und Live-Interviews, eine multimedial gestaltete Lesung, eine Kunstaustellung, Workshops, eine witzige und durchaus auch selbstironische Show, Musikdarbietungen und kritische Diskussionen.

Da ich mit zwei Machern des Dort.cons befreundet bin und auch große Teile des restlichen Kommitees kenne, weiß ich, wie viel persönliches Engagement in diesen Cons steckt. Was dabei herauskommt, ist inhaltlich hervorragend, formal vielleicht noch etwas handgestrickt, aber vielleicht ändert die zunhemende Aufmerksamkeit für die Zukunftsforschung und die Science Fiction daran etwas - denn je mehr Besucher, desto mehr Sponsoren, desto professioneller die Ausgestaltung.

Dort.con

Vielleicht hilft uns die "Faszination Zukunft", die anstehende Probleme positiver anzugehen. Es ist längst nicht so, dass wir alles wissen und alles können. Die Zukunft hält noch viel für uns bereit.

25.3.07 21:10
 


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bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Stefan / Website (26.3.07 08:23)
Mein Interesse an der Zukunft ist wirklich äußerst beschränkt. Ich lebe hier und jetzt und ich glaube, mehr Menschen sollten auch hier und jetzt leben. Science Fiction ist in der Tat ein Genre, was mich 0,0% interessiert.

Übrigens gab es im vorletzen Hamburger Abendblatt einen schönen Artikel über die Zukunft. Und dabei wurde auch darauf beschrieben, wie man in der Vergangenheit über die Zukunft gedacht hat und was daraus geworden ist. Und das Ergebnis war ziemlich bescheiden.


Light / Website (26.3.07 18:55)
Ach, Stefan. Warum wundert mich das jetzt nicht im geringsten? Du hast wirklich ein Händchen für Wortwahl, das zumindest muss ich Dir lassen. Dein erster Satz ist mir ein Genuss und dessen letztes Wort alle Bestätigung, die ich brauche.


Blinkin-eyefish / Website (26.3.07 19:48)
Hallo Stefan,

natürlich leben wir alle im hier und jetzt - so sollte es auch sein, alles andere wäre Realitätsflucht. Damit wir aber auch morgen in einem Hier und Jetzt leben können, das uns gefällt, das auch das Leben unserer Kinder (ich weiß sehr wohl, dass du eine Tochter hast ;-)) lebenswert macht, ist es nicht verkehrt, ab und zu mal über den momentanen Tellerrand hinauszuschauen. - Das hat in erster Linie nichts mit der Hard-SF zu tun, die in den 50gern die Faszination Neugier geschürt hat, sondern mit einer objektiven Standortbestimmung...
Eine Frage : Hast du "Der Schwarm" gelesen? Könnte ja sein, es war ein unglaublicher Hype...wenn ja, und dir das Buch auch noch gefallen hat... das ist SF. Sorry *schmunzel*


Stefan / Website (27.3.07 09:11)
@Light

Tja, sorry, dass ich nicht zu den Ja-Sagern dieses Blogs gehöre und nicht immer deine Meinung teile.

Rückblickend betrachtet kann man sich ja mal diverse Zukunftsvorhersagen betrachten und sehen, was tatsächlich daraus geworden ist. Unsere Zukunftsgurus haben ja schon Schwierigkeiten damit, Vorhersagen über wirtschaftliche Entwickung eines Jahres zu machen. Schön ist da immer der Rückblick aus der ZEIT, die sich am Ende des Jahres mit den Prognosen der Institute vom Anfang des Jahres beschäftigt. Da klaffen leider oftmals Welten zwischen Vorhersagen und Realität.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich keine Angst vor der Zukunft habe. Ich freue mich drauf. Und ich lasse mich gerne überraschen, was da kommt. Ich will auch nicht wissen, was man mir zum Geburtstag schenkt. Plain and simple.


Light / Website (27.3.07 19:55)
@Stefan
Nicht-Ja-Sager machen die Sache interessanter.

Und: In Science Fiction geht es NICHT um Zukunftsvorhersagen. Wie ich in meinem Haupteintrag auch ganz deutlich schrieb (3. Absatz). In der wissenschaftlichen Betrachtung auch nicht. Es geht in beidem um Möglichkeiten. Um Chancen und Risiken, die zu erkennen uns hilft, HEUTIGE Entscheidungen, Entwicklungen und Handlungen einzuschätzen.

Ganz genau wie die Betrachtung der Geschichte übrigens. Sie besteht nicht aus Jahreszahlen. Sondern aus Dingen die Menschen richtig und falsch entschieden, aus Dingen sie bedacht und nicht bedacht, getan oder nicht getan haben. Dingen aus denen wir lernen können.

Ich lebe auch im Heute - aber ich weiß, dass das Heute ein infinit kleiner Punkt ist. Was passierte, als Du diesen Eintrag zulesen begannst, ist schon Geschichte. Was passieren wird, bis Du ihn zuende gelesen hast, ist Zukunft. In jeder Sekunde triffst Du Entscheidungen, auch wenn manche dieser Entscheidungen schlicht im Nicht-Ergreifen anderer Möglichkeiten bestehen.

Warum also nicht mal über Entscheidungen und Möglichkeiten nachdenken, ganz gleich ob in alltäglicher oder globaler Dimension.


Light / Website (27.3.07 20:02)
P.S.: Der Unterschied zwischen Geschichte und Zukunft besteht vor allem darin, dass wir auf die Zukunft noch Einfluss haben (können). Deshalb ist sie für mich spannender.

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