Meine Sicht der Dinge.

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Entspannt mit Fehlern umgehen

Perspektiven ändern sich. Als ich noch unter den Fittichen meiner Eltern lebte, hatte ich deren Kredo übernommen, immer 100prozentig zu leben und zu arbeiten. Stets Rücksicht zu nehmen, stets alles zu geben, keine Fehler zu machen.

Heute tendiere ich immer mehr in Richtung 80-20-Regel: Da ich 80% der Kraft aufwenden muss, um die letzten 20% zur "Perfektion" zu erreichen, überlege ich mir sehr genau, wann und wo ich diese letzten 20% erreichen will oder muss.

Mein Bewusstsein, in einer unglaublich komplexen Welt zu leben, die sich ohnehin größtenteils dem eigenen Einfluss entzieht, ist gewachsen. Durch meinen Mann und dessen Faible für die Zusammenhänge unserer Welt, von Psychologie bis Politik, von Wirtschaft bis Soziologie. Durch Internet und Medien, die es leicht machen, zu erkennen, was für einen geringen Einfluss das eigenen Leben auf den Gesamtkontext hat.

Manche Menschen frustriert das. Mich entspannt es. Wenn ich einen Fehler mache, entschuldige ich mich. Wenn andere Fehler machen, weise ich zwar darauf hin, aber halte es für normal. OK - viele erwarten dann, dass man Fehler nicht ausspricht, wenn sie nicht "wichtig" sind. Ich versuche aber, eine andere Sicht zu einzuüben: Fehler machen ist normal, und deshalb darf man auch normal darüber reden.

Wer so lange darauf trainiert wurde, jeden Fehler als persönliche Katastrophe zu sehen wie ich - wie die meisten in unserer Gesellschaft - der wird immer mal Rückschläge erleben. Aber auch diese Rückschläge sind solche Fehler, aus denen ich lernen kann. Und üben übt.

11.4.11 10:48


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Glauben oder wissen?

Warum sind eigentlich gerade Religionen und politische Überzeugungen so kriegsträchtig? Weil sie Wissen mit Glauben ersetzen.

Wissen basiert auf Fakten und kann unabhängig von Personen bewiesen werden. Wer etwas nicht weiß, es aber wissen will, muss offen sein für neue Informationen. Es gilt also: Fakten oder Offenheit.

Bei Religionen oder politischen "Überzeugungen" ist das anders. Wissen spielt da keine Rolle. Stattdessen Glauben und Gemeinsinn. Gemeinsinn klingt dabei ja schön - aber in Wirklichkeit bedeutet das vor allem Gruppenzwang: Sei so wie die anderen, sag zumindest, dass du so bist wie sie. Glaube, was dir gesagt wird. Es ist wichtiger, wer etwas sagt, als was: Wenn Menschen aus anderen Religionen oder Parteien Dir Fakten vortragen, dann nur, um Dich zu verwirren und von rechten Wege abzubringen. Sei nicht offen, hör ihnen nicht zu. Sei stark und halte ihnen deinen Glauben entgegen.

So "gewappnet" gegen externe Fakten und damit in gleichem Maße gegen andere Überzeugungen wie gegen die Realität, hauen sich die Menschen lieber gegenseitig die Köpfe ein, anstatt gemeinsam Kompromisse zu finden. Die würden nämlich gegenseitige Offenheit und Verständnis erfordern.

3.4.11 17:47


Liebe Deutsche Bahn ...

... die Zugchefs Deiner ICs und ICEs wiederholen seit einiger Zeit die Durchsagen in Englisch. Oder in einer Sprache, die sie dafür halten?

Die inhaltliche und damit vokabulare Bandbreite dieser Durchsagen ist ja nun wirklich nicht groß. Wäre es nicht möglich, den Zugchefs einen kleinen Merkzettel zu schreiben für diese Durchsagen? Und ein klitze kleines bisschen Zeit in das Training der englischen Aussprache zu investieren?

Zugegeben, die unfreiwillige Komik dieser Durchsagen würde ich inzwischen fast vermissen. Kaum eine Fahrt, in der ich nicht wenigstens zu Beginn und am Zielbahnhof meinen Schmunzler frei Sitz geliefert bekomme.
Nur fürchte ich, dass ein Ausländer eine verständliche Durchsage einer komischen vorziehen würde.

"Wie will arreiw in Hamburg ät neinteen o klock." Schonmal was davon gehört, dass man im Englischen - außer beim Militär - nicht mit dem 24-Stunden-System arbeitet? Wie lange wohl ein Engländer braucht, um auszurechnen, dass 19 Uhr = "7 pm" ist?

"De Träin born for Lübeck is in teim ... äit minits diläjd."
Huch? Der Zug, der für Lübeck geboren wurde ist pünktlich ... acht Minuten verspätet? Und ist das "th" wirklich so schwierig?

Yours faithfully
the Lightscribe

19.1.09 21:16


Drogensüchtige als Medienspektakel

Amy Winehouse hält sich jetzt bereits seit Monaten fast ununterbrochen in den Medien. Ihre Musik spielt dabei praktisch keine Rolle mehr - nur noch ihre Drogensucht, ihre Abstürze und ihre Beziehungskrisen. Als sei sie eine Soap Opera im Fernsehen. Eine Serie, in der jede Woche ein neues Drama aufgetischt werden muss. Die Medien scheinen sich davon Leser- und Enschaltqouten zu versprechen. Oder sie werden gut bezahlt.

Aber warum ist diese kaputte Göre überhaupt von Interesse?

Vielleicht brauchen die Menschen den Vergleich. Manche mögen sich identifizieren und sich danach sehnen so "unvernünftig" sein zu können. Von Popstars wird eben erwartet, dass sie Drogen nehmen und die Partner wechseln wie andere Unterhosen. Andere Fans beglückwünschen sich vielleicht selbst, dass sie trotz "kleiner Verhältnisse" nicht so tief abstürzen wie dieses Mädchen. Und es mag sein, dass wieder Andere die Fehltritte eines "Stars" als Rechtfertigung für die eigenen Schwächen sehen.

Wie auch immer. Es scheint mir fast, als würden die Medien bereits wie Geier über ihr Kreisen und sich die Schnäbel lecken. Damit sie möglichst bald über deren "tragischen" Tod berichten können. Ob die Plattenfirma schon das Amy-Winehouse-Gedächtnis-Best-Of-Album fertig hat?

12.1.09 21:03


Personensuchmaschinen und Selbstbestimmung

Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, hat nichts zu befürchten. Das hört man immer wieder, wenn es um die neuen Befugnisse der Behörden bei Internetdurchsuchungen und Dienste wie die Personensuchmaschinen geht.

Die schöne, neue Informationswelt soll nicht eingeschränkt werden. Es ist doch praktisch, wenn Sie sich im Internet rechtzeitig über das neue Date, den neuen Kollegen oder Nachbarn informieren können.

Die Medaille hat aber noch eine andere Seite: Für die Veröffentlichungen im Internet gibt es keine Legitimation, keine Absicherung, keine Identitätsprüfung. Jeder kann alles über jeden veröffentlichen oder gar in jede gewünschte Rolle schlüpfen.
- Wenn also der nächste potentielle Arbeitgeber Sie googelt,
- wenn der künftige Vermieter Ihren Namen bei Yasni.de eingibt,
- wenn das Kreditinstitut bei Myonid.com forscht, ob Sie sich in Finanzberatungsforen engagieren,
dann haben Sie keine Gewähr, dass nicht ein anderer mit Ihrem Namen gerade darüber schreibt, dass er demnächst entlassen wird oder dass Ihr Expartner sich eine kleine Rachekampagne gegen Sie ausgedacht hat.

Mit anderen Worten: Selbst wenn Sie Ihre Netz-Präsenz aktiv pflegen, kann jeder Mensch mit Internetzugang Ihnen mühelos etwas anhängen.

Sehr gut zeigt das einen Seite, die ich neulich in einem Forum entdeckt habe. Leider wurde sie zwischenzeitlich gelöscht. In einem Yasni-ähnlichen Design wurde Yasni selbst und offentsichtlich auch dessen Macher, Steffen Ruehl mit eigenen Waffen geschlagen: Verändertes Bild, falsche "Informationen" über den Yasni-Chef. Und klare Kritik an der Verletzung der informationellen Selbstbestimmung.

Kennen Sie rottenneighbor.com? Dort werden Sie aufgefordert über Ihre Nachbarn herzuziehen. Also eine klare Aufforderung zur Denunziation. Auf einer Karte wird seine genaue Adresse lokalisiert und mit einem Roten Häuschen angezeigt. Hat die Frau, die Sie neulich versehentlich im Hausflur angerempelt haben Sie vielleicht schon eingetragen?

Auch ganz normale Freizeitaktivitäten werden plötzlich öffentlich: Sie glauben, Ihr Eintrag bei Myspace sei anonym, weil Sie einen niedlichen Spitznamen für Ihr Profil angeglegt haben? Yasni.de, myonid.com & Co. zeigen das Profil aber an, sobald Ihr richtiger Name gesucht wird ... Und Yasni speichert Einträge auch noch wochenlang, nachdem Sie zum Beispiel Ihr Myspace-Profil gelöscht haben.

Yasni zeigt Ihre Interessen in Form von Amazon-Wunschlisten an. Haben Sie vielleicht mal einen Bildband über Bondage interessant gefunden? Wie mag Ihre Frau das finden? Oh, sie findet es - dank Personensuchmaschine - aber was denkt sie? Oderhaben Sie sich mal ein Buch über die Bewältigung von Depressionen angesehen? Was mag Ihr Vorgesetzter davon halten, bei dem Sie gerade eine Beförderung durchsetzen wollen?

Oder denken Sie an die Durchsuchung Ihrer Festplatte durch Schäubles Mannschaft. Ist doch kein Problem, denn Sie haben selbstverständlich keine Schweinereien auf Ihrem Rechner, und leben rein legal vor sich hin. Denken Sie zumindest. Was, wenn ein pädophiler Hacker ohne Ihr Wissen Ihre Festplatte als Zwischenlager nutzt? Dann haben Sie ganz schnell Dreck am Stecken – und der ist verdammt klebrig, ob unverschuldet oder nicht.

Ich bin begeisterte Internetnutzerin – aber die Phase, in der man sorglos mit ihm „spielen“ kann, ist vorbei.

26.11.08 21:45


Wissenschaft ist keine Hexerei

Einleitung
Alle Forschung beginnt mit Wissen. Will ich einen Sachverhalt erforschen, muss ich mir – ausgehend vom eigenen Wissen - zunächst einen Überblick verschaffen, wie der Stand der Forschung allgemein ist. Das ist die Recherche.
Im Allgemeinen entdecke ich dann recht bald eine Vielfalt von Gelehrtenmeinungen, auch Thesen genannt, die ich entweder widerlegen oder bestätigen, gegeneinander abwägen oder zu neuen Thesen zusammenführen, kann. Meist muss ich mich bereits an dieser Stelle entscheiden, welche dieser Richtungen ich bei der weiteren Arbeit einschlage.

Recherche
Das Vorgehen bei jeder Recherche ist immer gleich und auf alle Themengebiete immer wieder anwendbar:

Zunächst suche ich mir eine möglichst einfache Quelle zu meinem Thema. Das kann ein einfaches, möglichst kurzes Buch oder ein Artikel sein, aber auch jemand, der über das Thema schon recht viel weiß und mir mündlich einen Überblick gibt, damit ich verstehe, worum es im Kern bei meinem Thema geht.
Daraufhin habe ich einen roten Faden oder einen Art Kompass, anhand dessen ich immer wieder meine Richtung überprüfen kann: Bin ich noch im Thema oder verliere ich mich in Nebengedanken und abseitigen Optionen? (Wenn ja, wie gliedere ich das sinnvoll ein? Oder muss ich es weglassen, um nicht vom eigentlichen Thema abzulenken?)

Nachdem ich also grob weiß, worum es geht, kann ich nach Einzelaspekten des Themas suchen und versuchen, diese Aspekte sinnvoll zu unterteilen, zu sortieren und zu hierarchisieren.

Beispiel:
Wie entsteht der Klang einer Gitarre?
a) Physikalische Voraussetzungen
b) Handhabung

Ein Wissenschaftler wird nun versuchen, zu diesen Einzelaspekten fachlich anspruchsvolle und detaillierte Quellen zu finden und vermutlich die beiden Aspekte weiter untergliedern von allgemeinen hin zu speziellen Erkenntnissen.
Weitere Quellen findet man bei der Stichwortrecherche, heute oft genug im Internet oder direkt in den Schlagwortkatalogen der Bibliotheken. Jede seriöse Quelle hat ihrerseits ein Quellenverzeichnis, aus dem man Bücher oder Texte auswählen kann, um die ganze Breite des Themas auszuloten oder immer tiefer ins Detail zu gehen.

Beispiel:
Wie entsteht der Klang einer Gitarre?
a) Physikalische Voraussetzungen
a. Grundlagen zum Schall (Naturgesetze)
b. Materialeigenschaften in Bezug auf Schallerzeugung
c. Aufbau und Arten der Gitarre
i. Grundform
ii. Konzertgitarre
iii. Westerngitarre
iv. Elektro-Gitarre
v. ...
b) Handhabung
a. Grundlagen des Gitarrenspiels
b. Techniken des Gitarrenspiels
i. Klassische Gitarre
ii. Rhythmusgitarre
iii. ...

In vielen Fällen endet die Wissenschaftliche Arbeit hier schon. Das detaillierte Zusammentragen und Gliedern der bereits vorhandenen Erkenntnisse wird (leider) oft schon als wissenschaftliche Leistung gesehen. Bis hin zum Niveau von Diplomarbeiten.

Oberhalb dessen kommt dann aber die eigentliche, kreative Arbeit zum Tragen. Ab hier kann vielleicht wirklich von einer besonderen Qualifikation von Akademikern gesprochen werden. Die meisten Diplomanden erreichen diese Qualifikation nicht.
Wenn nämlich das zusammengestellte Wissen dazu genutzt wird, um neue Beziehungen zwischen dessen einzelnen Aspekten aufzudecken und zu nutzen, dann kann tatsächlich etwas neues erschaffen werden. Das sind dann neue Erkenntnisse, die per Deduktion – also per Rückschluss aus dem Bisherigen – erzielt werden.

Wenn also unser Beispielwissenschaftler umfassende Kenntnisse über Grundvoraussetzungen zur Schallerzeugung sowie Eigenschaften und Funktionen der Gitarre hat, dann kann er diese nutzen, um vielleicht eine ganz neue Form von Gitarre erfinden. Oder zumindest Verbesserungsvorschläge für einzelne Teile machen. Oder aber er kann keine neuen Vorschläge machen und bestätigt so die Thesen der bisherigen Gitarrenbauer – nämlich dass die schon alles herausgefunden hatten.

Empirische Forschung
Eine andere Art von Forschung ist die Empirische Forschung. Also die Forschung per Versuchsreihe.
Hierzu wird anfangs ebenfalls recherchiert – bei der Deduktion wird jedoch nicht einfach die neue Erkenntnis durch Neukombination der bisherigen Erkenntnisse erstellt, sondern es wird eine These formuliert, die dann empirisch überprüft werden kann.

Beispiel:
These: Wenn das Material der Saiten der Gitarre auf eine gewisse Weise neu konzipiert wird, dann reißen diese seltener und klingen besser.

Versuchsreihe zur Überprüfung:
a) Erstellung der Saiten aus dem besagten Material unter streng kontrollierten, gleichartigen Bedingungen in einer statistisch als repräsentativ ermittelten Menge.
b) Bespielung der Saiten in einer gleichartigen, streng kontrollierten Weise (vorzugsweise nicht von hand, da zu ungleichmäßig und zu unterschiedlich von Individuum zu Individuum).
c) Messung des Klangs vorzugsweise mit technischen Instrumenten, nicht Beurteilung durch menschliche Ohren, da zu leicht zu beeinflussen, zu individuell.
d) Genaue Aufzeichnungen über die Haltbarkeit der Saiten, Messungen in vorher bestimmten Bespielungsintervallen und natürlich präzise Aufzeichnung, wann welche Versuchssaite reißt. Statistische Berechnungen über die durchschnittliche und maximale Haltbarkeit der Saiten.


Mein persönliches Fazit:
Wissenschaft ist die Anwendung immer gleicher Methoden der Recherche, Deduktion und Überprüfung auf verschiedene Themen. Die Methodik ist simpel, wird aber in meinen Augen von Wissenschaftlern stets so kompliziert formuliert, dass jeder Nicht-Akademiker in Ehrfurcht erstarrt und die Aufgaben der Wissenschaft nicht in Frage stellt, weil er glaubt, sie nicht zu verstehen.

Unter dem Stichwort „Wissenschaftlich arbeiten“ findet man im Internet und in den Bibliotheken übrigens meist lediglich die Zitier-Regeln – was ich eigentlich schon als zynisch empfinde. Es sagt viel über unsere Forschung.

Es ist durchaus richtig, dass nicht jeder Mensch die Intelligenz besitzt, um sinnvoll wissenschaftlich zu arbeiten – aber die besitzen leider viele unserer Wissenschaftler auch nicht. Im Gegenzug allerdings könnte fast jeder Bürger mit gesundem Menschenverstand beurteilen, ob ein Forschungsthema sinnvoll ist oder nicht. Man müsste sich nur die Mühe machen, es verständlich auszudrücken. Die so genannte Wissenschaftselite achtet aber peinlichst darauf, dass die Wissenschaft sich keiner allgemein verständlichen Sprache bedient.

Dadurch, dass das Wissen heute bereits in Breite und Tiefe so ausgedehnt ist, wird es für Wissenschaftler immer schwieriger, noch vorhandene Wissenslücken zu entdecken. So suchen sie sich oft Wissenslücken, die zwar existieren, aber keinen praktischen Nutzen haben, statt sich an dem zu orientieren, was wir konkret nutzen könnten. Mit Hilfe der Recherche können sie jede noch so unsinnige Thematik aufblähen und jede noch so winzige Lücke zu einer Doktorarbeit hochstilisieren. Unser Beispiel mit der Gitarre wäre eine Diplomarbeit von mindestens drei Monaten Dauer – ohne jede neue Erkenntnis. Ein aus einer täglich gebrauchten Selbstverständlichkeit heraus aufgeblähtes Thema.

Der Dünkel der hochgestellten Wissenschaftler verhindert zudem, dass den jungen, angehenden Forschern ihre Aufgabe klar wird und sie sich frühzeitig daran üben, neues zu finden und neues zu schaffen. Studenten und Diplomanden sind Fußvolk, von dem keine eigenen Erkenntnisse erwartet werden, ja diese sogar als anmaßend angesehen werden.

Wissenschaft ist heute vor allem Politik. Denn die Politik sorgt für die Finanzierung der Unis – und somit wird kein Wissenschaftler auf einem Gebiet forschen, das der Politik ein Dorn im Auge ist. Nicht wirklich an alternativen Energiekonzepten, nicht wirklich an Alternativen zum Individualverkehr.
Das ist ungefähr so, als lebte ein Forscher auf einem Gut der alten Südstaaten und fragte den Gutsherren und Sklavenhalter, ob er nach einer Methode forschen solle, die die Sklavenarbeit wertlos mache. Natürlich nicht. Er soll lieber die Wirkung und Lautstärke der Peitsche verbessern, mit der die Sklaven angetrieben werden, dafür erhielte er dann die Mittel.
Hätte Wissenschaft immer unter den heutigen Prämissen stattgefunden, wäre vermutlich die Dampfmaschine bis heute nicht erfunden.

Kleiner Nachsatz für alle mäkelnden Akademiker: JA, der Sachverhalt ist stark vereinfacht dargestellt. Wer den Text aufmerksam gelesen hat, und noch immer an der Vereinfachung herummäkelt, der hat ihn offensichtlich nicht verstanden.
Und JA ich bin selbst Akademikerin, kenne den Wissenschaftszirkus von innen, aber ärgere mich glücklicherweise inzwischen von außen.

27.8.08 18:46


Sextalk

Ich gebs ja zu, selbst ich denke gelegentlich an Sex. ;-) Und manchmal unterhalte ich mich sogar mit Online-Bekanntschaften darüber. Ulkig genug, wenn auch zuweilen interessant. Aber was wirklich seltsam anmutet dabei: Heute wird nicht mehr gefragt, OB man vielleicht besondere Vorlieben hat. Sondern welche. So als gehöre es heute zum guten Ton, sich gegenseitig anzupinkeln, irgendwelche Latexanzüge zu tragen, sich fesseln zu lassen oder doch wenigstens mit Hilfe von Schuhen zu onanieren.

Bin ich die einzige, die das befremdlich findet? Also ich brauche weder Strapse an den Schenkeln zu fühlen, noch meinen Busen abzuschnüren. Ich will keine Handschellen anhaben und ein Andreaskreuz gehört für mich als Beschilderung an Bahnübergänge. Kerzenwachs tropft mir auch nur versehentlich auf die Haut. Akrobatik beim Sex finde ich umständlich, das Bett finde ich als Ort für den Beischlaf sehr angenehm und ich brauche auch nicht den Kick, dass plötzlich jemand mich und meinen Partner beim kopulieren erwischen könnte.

Ich habe nichts dagegen, wenn andere an diesen Dingen gefallen finden. Ich muss es ja nicht verstehen oder nachvollziehen können. Ich mag schlicht ausgiebige Zärtlichkeit und Sex.

Nun sagt mir eins: Bin ich pervers?

16.12.07 16:11


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